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SC Leimen - SK Ladenburg 2 5:3

Einen erneuten Heimsieg erzielte die SC Leimen am vierten Spieltag in einem wechselhaften Spiel, in dem einige Partien nicht den "standesgemäßen" Ausgang fand.

An Brett 8 war bereits nach 20 Minuten Schluss. Dies aber nicht durch ein Großmeisterremis, vielmehr hatte German Paul mit Weiß seinen offensiv am Damenflügel vorpreschenden, dabei aber die Entwicklung und vor allem die Königssicherheit vernachlässigenden Widersacher per Handstreich zu Fall gebracht. Die frühe Führung für die Leimener Farben!

An Brett 5 hatte Franz Müller das Kommando über die finstere Armee inne. In einer Nebenvariante einer Nebenvariante kamen beiderseits früh die grauen Zellen in Bewegung; etwas weißen Druck auf der d-Linie nahm unser Mann mit Damentausch aus der Stellung, allerdings auf Kosten einer Schwächung der Bauernstruktur, die aber, so ergab es sich, bei reduziertem Material nicht schwer ins Gewicht fiel, sodass der Punkt folgerichtig geteilt wurde.

An Brett 7 musste auch Fiodor Vakuliuk mit den schwarzen Steinen ran. Ein weißes Gambit nahm er gleichmütig an und befestigte den Mehrbauern mit schwerstem Geschütz. Allein, die zu diesem Zwecke entsandten Truppen fehlten an anderer Stelle, sodass Weiß am Königsflügel seine Chance witterte. Aus dem Staub des Kampfgetümmels tauchten am Ende zwei schwarze Leichtfiguren gegen einen weißen Turm auf, der allerdings auf den Trumpf zweier verbundener Freibauern im Zentrum pochte (ein Turm pro Seite kam noch hinzu). Diesen Marsch vermochte die schwarze Kavallerie nicht zu hemmen: 1:0 (und Ausgleich im Kampf).

An Brett 4 gedachte Patrick Maes das geschlossene Zentrum zu einem furchtlosen Vorstoß am Königsflügel auszunutzen, stieß dabei auf eine solide schwarze Befestigung. Geduld ist die erste Pflicht des Belagerers und nachdem der Feind den weißen Vorpostenspringer auf f5 nicht mehr auszuhalten imstande war, öffnete der fällige Abtausch dem Weißen die g-Linie. Trotz eines knappen Zeitpolsters fand unser Mann den Mut, noch eine Leichtfigur anzubieten; und dieser Mut wurde mit dem Einbrechen der weißen Dame und der baldigen Gefangennahme des schwarzen Monarchen belohnt. Sieg für uns!

Am Spitzenbrett trat wieder einmal Peter Hildenbrand in Erscheinung. Die nachziehende Seite verteidigte er in einem weitestgehend symmetrischen damenlosen Mittelspiel. Beide Seiten machten zarte Versuche, schwache Punkte auf der Gegenseite zu Vorposten auszubauen, aber da letztlich sowohl links als auch rechts des Rubikons ähnliche Bedingungen vorherrschten, kam keine Seite zu entscheidenden Manövern, es blieb beim friedlichen Remis.

Am sechsten Brett stand der furchtlose Kämpe Nobert Cimander im Felde, im Rücken die weiße Armee, im Herzen den eisernen Willen, dem feindlichen Monarchen nachzustellen. Schnell ward eine Figur geopfert, um die h-Linie freizumachen für die weiße Artillerie. Doch allzu mutig war der weiße Brückenkopf nach g6 vorgewandert, wo der Gegner ihn umkreiste. Nun stand nur noch etwas Initiative als Gegenwert für eine ganze Figur. Eigentlich zu wenig, aber die Strategie der tausend Nadelstiche zeitigte am Ende doch Wirkung. Ein Streich wider den feindlichen Feldherrn beförderte dessen wirkungsvollste Waffe, die Dame, von der Schlachtstätte. Nun mit Dame gegen Turm und Läufer ward es an der Zeit, dass der weiße König die Arbeit seiner gefallenen Mannen zu Ende brachte. Er stellte seinen schwarzen Gegenspieler am Brettrand, die Dame verband diagonale und horizontale Drohungen zu einem unentrinnbaren Mattnetz. Grandios!

An Brett 3 schaute sich David Gauthier eine ruhige Eröffnungsphase ohne Bauernhebel an. Doch sowie er seinen Rappen in die gegnerische Hälfte führte und dieser abgetauscht wurde, brach die unter der Oberfläche brodelnde Dynamik der Stellung hervor. Den durch den Abtausch verführerisch, aber auch drohend nah gekommenen Bauern wollte sich der Weiße einverleiben, offensiv brachte er Springer und Läufer am Königsflügel nach vorne und schließlich den g-Bauern dazu. Und das nicht ohne Erfolg, denn um den Bauern zu retten, schlitterte unser Mann in eine Abwicklung, die ihm die Qualtität kostete und zudem einen offenen König bescherte. Doch dann... Der verbliebene Springer galoppierte übers Feld, sammelte einen Bauern ein und ward ein ständiges Ärgernis, sodass der Weiße am Ende die Mehrqualität hergab. Aus einem remislichen Turmendspiel wurde ein remisliches Bauernendspiel und daraus ein remis. 4,5 Punkte!

Am zweiten Brett schließlich kam Jonathan Geiger gegen einen etwas unregelmäßigen schwarzen Aufbau mit dem Läuferpaar aus der Eröffnung. Eine Abwicklung brachte ihm auch den langen schwarzen Läufer auf b7 und somit strategischen Vorteil. Doch dafür entwickelte Schwarz eine Aktivität am weißen Königsflügel. Das aufziehende Unwetter im befestigten Haus abzuwarten, schien unserem Mann nun - fälschlich - für riskanter, als sich auf Verwicklungen einzulassen. Im Zeitnotgefecht fiel dann ein entscheidender Bauer und mit ihm notwendigerweise auch ein zweiter. Etwas Druck auf den Punkt g7 schien ein geringer Trost, doch als ein vereinzelter Mehrbauer zu rasch vorrückte, um die weißen Figuren zu binden, fiel dieser. Und ein Mehrbauer mit Turm und Springer gegen Turm und Läufer war wohl ohnehin zu wenig, aber als nach langem Kampf der Schwarze nun einen taktischen Trick übersah, musste er sich von seinem verbliebenen Mehrbauern auch noch trennen und so schüttelte man sich zuletzt auch hier die Hände zum Schlusstand von 5:3.

Gut gekämpft, Leute!

SC Leimen - SK Mannheim 2 4,5:2,5

Beim zweiten Heimspiel der Saison gelingt unseren Leimenern der zweite Sieg der Saison. Dass man nur zu siebt antreten musste, wurde galanterweise von den Gästen ebenso gehandhabt, sodass niemand mit numerischer Unterzahl antreten musste.

Den ersten Punkt fuhr Fiodor Vakuliuk an Brett 6 ein. Er stellte seine weiß gewandete Armee im Zentrum stark auf und ließ sich diesen Raumvorteil das Läuferpaar kosten. Doch gerade der Druck auf der d-Linie veranlasste den Gegner, bald sein eigenes Läuferpaar zu halbieren und mit einem schwachen Läufer zu verbleiben. Für eine gewisse Zeit widerstand so der Schwarze, doch als unser Mann lehrbuchgemäß am Damenflügel die zweite Front eröffnete, fiel das passive schwarze Gerüst auseinander: 1:0.

Am dritten Brett baute sich Patrick Maes mit den schwarzen Steinen gewohnt flexibel und mit einer giftigen Dosis Dynamik auf. Auf Kosten der Entwicklung des Königsflügels startete er eine Offensive am Damenflügel. Eben dies suchte nun sein Kontrahent auszunutzen, opferte eine Figur auf b5 und gedachte so dem zentral postierten dunklen Monarchen zu Leibe zu rücken. Schnell stellte sich aber heraus, dass der fianchettierte Läufer seinem Oberhaupt ein gemütliches Plätzchen freigehalten hatte. So verlief der weiße Angriff ins Nichts und nach und nach setzte sich die Mehrfigur durch: 2:0.

An Brett 8 führte German Paul die schwarzen Figuren: Es entwickelte sich ein schwerblütiger Kampf, in dem lange keine Bauern getauscht wurden. Weiß hatte den Raumvorteil, Schwarz einen exzellent platzierten Springer auf d4, der es bald als seine Bestimmung auserkoren hatte, zwar sich zu opfern, aber einen gegnerischen Turm mit in den Hades zu reißen. Die Mehrqualität ging nun etwas auf Kosten der Figurenaktivität und als Weiß im Gegenzug einen Springer auf e6 einpflanzen konnte, der nicht zu beseitigen war, ohne das Material wieder auszugleichen. So einigte man sich friedlich auf ein Unentschieden.

An Brett 4 befehligte Franz Müller das weiße Heer. Das Raumplus bei geschlossenem Zentrum stellte sich aber nicht als erhofftes Unterpfand für die Initiative heraus (es fehlte dazu der weißfeldrige Läufer) und als nach einem Abtausch im Zentrum der schwarze Turm auf der f-Linie seinen Wirkungsbereich erheblich vergrößert sah, zögerte er nicht, mit einem Qualitätsopfer auf f3 die weiße Struktur vor dem kurz rochierten König zu beschädigen und seiner Seite so zusätzlich einen Zentralbauern zu bescheren. Weiß tat noch gut daran, sich in ein Läuferendspiel zu flüchten, doch die zwei Minusbauern waren durch nichts zu kompensieren. Sieg für die Gäste.

Am fünften Brett besah sich Norbert Cimander eine extrem zweigeteilte Stellung: Auf dem Königsflügel marschierten seine dunklen Bauern vorweg und brachten den blonden Regenten ins Schwitzen, während auf der entgegengesetzten Seite die weiße Seite offensiv zu Werke ging. Zunächst schien die schwarze Offensive vielversprechender, doch als die Bauern einmal blockiert waren, ging die Führung in der Partie auf den Weißen über; und leider bewahrheitete sich die einfachste aller strategischen Regeln - Bauern können nicht rückwärts gehen - einmal mehr, dieses Mal zum Nachteil unseres Kämpen und die offensiv gestrandeten Bauern wurden Opfer der weißen Gegenoffensive und dies besiegelte das Ende der Partie.

Am ersten Brett hatte Jonathan Geiger Schwarz. Es entwickelte sich eine eher symmetrische Partie mit wenig Feindkontakt und zwei offenen Linien im Zentrum. Weiß hatte etwas Raumvorteil am Damenflügel, dafür hatte Schwarz einen e5- gegen einen e3-Bauern im Zentrum. Als Weiß sich einmal dafür entschied, mit eigenem e4 einem weiteren Vorstoß prophylaktisch zu begegnen, erwies sich dies als Bumerang. Der schwarzfeldrige Läufer des Nachziehenden hatte plötzliche eine glänzende Aussicht: Auf d4 konnte eine Figur verankert werden, die weißen Figuren wurden passiv und am Königsflügel ereilte den weißen König bald ein schweres Unglück. Sieg für uns!

Am zweiten Brett schließlich hatte David Gauthiers weißes Geschwader ausgangs der Eröffnung angenehmes Spiel; das schwarze Bauerngefüge stand unter Druck. Doch nachdem dem Nachziehenden eine Abwicklung gelungen war, mit der er mit einem c- gegen einen a-Bauern verblieb, schien die weiße Mehraktivität mangels Bauernhebel keine entscheidende Rolle zu spielen. Doch als der Schwarze impulsiv einen Bauern vor seinem König vorzog, musste er feststellen, dass die entstandene Lücke schwerer wog als die neu kontrollierten Felder. Ein Springer warf sich vor den König, die weiße Dame nutzte die lose Stellung des schwarzen Turms zu einem Tempomanöver aus, unterstütze ihre Kavallerie und brachte so im Nu den schwarzen König zur Strecke und setzte so den Schlusspunkt zum 4,5:2,5-Sieg. Stark, Männer!

Saisonstart 22/23

Die beiden ersten Kämpfe der neuen Saison sind gefochten, zu Buche stehen zwei knappe Resultate; zunächst zu unseren Ungunsten, dann jedoch für uns.

SC Leimen - SSC Altlußheim 3,5:4,5

Beim Heimspiel gegen Altlußheim mussten die Leimener bald schon einem 0:2 hinterherlaufen: An Brett 6 musste Fjodor Vakuljuk einer gegnerischen Batterie aus Läufer und Dame den Eintritt in seine ausladende Bauernstruktur gestatten; die eintretende Unordnung im eigenen Lager verhinderte einen langen Widerstand. An Brett 8 hatte Marcus Limbeck seinen Kontrahenten zu einem fast ausgeglichenen Schwerfigurenendspiel heruntergehandelt, doch dabei war ein Bauer an den Gegner gegangen. Da nun jedes Bauernendspiel verloren gewesen wäre, musste unser Mann mehr und mehr Zugeständnisse an die gegnerische Aktivität machen, die alsbald den vollen Punkt kosteten.

Dafür konnten German Paul an Brett 7 und Norbert Cimander an Brett 5 die Heimmannschaft durch Schwarzsiege den Rückstand egalisieren. [Leider wurde ich durch meine eigenen Sorgen (s.u.) davon abgehalten, den Verlauf der Partien gebührend in Augenschein zu nehmen.] Leider musste gerade Ihr Berichterstatter (Jonathan Geiger) am ersten Brett wiederum einen Rückstand hinnehmen; nachdem er nämlich als Schwarzer Abstand davon nahm, spekulativ auf Angriff zu spielen, der direkte Weg aber nicht mehr als Dauerschach versprach, zog er sich zurück und gedachte, einen strukturell günstige Stellung zu verwalten. Allein, es zeigte sich, dass die vormals gedrückte weiße Stellung vor allem durch einen sehr starken unopponierten schwarzfeldrigen Läufer rasche Aktivität entfaltete, die Schwarz bei knapper Zeit nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

An Brett zwei sah es besser aus, wo David Gauthier gegen einen etwas passiven schwarzen Aufbau Druck auf dem Königsflügel machte; eine offene Linie allein brachte die Entscheidung freilich noch nicht an sich, aber das Spiel gegen den schwarzen König zwang Schwarz zu einem Figurenopfer. Dessen Annahme trieb in beiderseitiger Zeitnot den Zusehenden die Schweißperlen auf die Stirn, den weißen König aus seiner Komfortzone weit hoch übers Brett, aber letztlich war der schwarze König in seinem Gefängnis noch ärgerer Gefahr ausgesetzt, die die Partie zu unseren Gunsten entschied. 3:3

Patrick Maes hatte sich als Schwarzer harmonisch aufgebaut, ohne dass das Gleichgewicht ernstlich zu seinen Gunsten verschoben schien. Doch da erspähte er die Gelegenheit, die gegnerische Grundreihenschwäche auszunutzen und stibitzte einen Bauern, da Weiß die schlagende Figur bei Strafe unabwendbaren Matts nicht nehmen durfte. Dass Weiß noch kurze Aktivität entfachte und etwas mit seinen Schwerfiguren Spiel gegen den König entwickelte, schien nur noch Fußnotenrang zu haben. Und der Punkt wäre in unseren Reihen geblieben, wenn nicht die Zeitnot uns alle zu Wachs in Caissas Händen machen würde. Eine ungünstige Konstellation der Figuren erlaubte dem Gegner eine petite combinaison, die in einer Läufergabel mit Turmgewinn endete - Sieg für die Gäste.

Als letztes hatte Franz Müller an Brett 4 zu kämpfen. Nach einem vielversprechenden Beginn änderte sich das Blatt, als Schwarz einen Freibauern auf der c-Linie erhielt, der die weißen Kräfte sehr in Anspruch nahm und dazu noch einen Bauerngewinn für Schwarz bedeutete. Doch unser Mann war die Flinte nicht ins Korn, verkomplizierte das Endspiel mit beidseitiger Turm-und-Springer-Kombination und entfernte sich mutig vom gegnerischen Freibauern auf der Suche nach Aktivität. Dies zeitigte gewisse Erfolge und letztlich gab sich der Schwarze mit einem Remis zufrieden. Ein guter Kampf von Franz, auch wenn es damit nur zu einem 3,5:4,5 reichte.

SK Chaos Mannheim 2 - SC Leimen 2,5:3,5

Im zweiten Kampf ging es zu den Chaoten nach Mannheim. Am Morgen gab es mit zwei krankheitsbedingten Ausfällen noch Hiobsbotschaften; als wir im Regen vor verschlossener Gaststätte standen, erhellte sich die Laune dennoch etwas, als sich herausstellte, dass die Gegner ebenfalls zu sechst anzutreten gezwungen waren. Nach gewisser Zeit wurden uns sogar die Türen geöffnet, irgendwann sogar ein Raum gefunden und so war es nur noch das einstündige Schnitzelklopfen aus dem Nebenzimmer, das uns in die Quere kam...

Wieder gerieten wir in einen 0:2-Rückstand. Am dritten Brett hatte Franz Müller zwar einen Raumvorteil bei geschlossenem Zentrum, die einzige offene Linie war aber in des Gegners Hand. Gerade der Zug, der seinen auf eben dieser Linie stehenden Figuren Entsatz verschaffen sollte, entpuppte sich als Bumerang. Ein Läuferspieß verschaffte dem Schwarzen eine Mehrqualtät, da der verantwortliche Läufer (auf b5) zwar vom Sc3 genommen werden konnte, aber nur unter Aufgabe eines Läufers auf c2 - mit Schach! Als dann auch noch ein weiterer taktischer Schlag eine Figur vom Brett zauberte, blieb unserem Recken nichts weiter, als dem Gegner die Hand zu reichen.

Auch Norbert Cimander gelang dieses Mal die Partie nicht zum Allerbesten. Aus der Eröffnung heraus befand sich sein König noch im Zentrum, nervös auf das gegnerische Läuferpaar schielend, das nur darauf zu warten schien, die königliche Rochadeposition aufzureißen. Zwar konnte unser Mann einiges Material tauschen, aber selbst bei reduziertem Material (oder deswegen) war der offene König eine Quelle taktischer Möglichkeiten für den Gegner, die diesem den ganzen Punkt bescheren sollten.

Zu seinem zweiten Saisonsieg kam dafür German Paul an Brett 6. Gegen den Orang-Utan des Gegners, der sich am Damenflügel emporhangelte, gelang es ihm schließlich ein Bauernzentrum zu etablieren. Da der Weiße es versäumte, seinen König zur Seite zu bewegen, machte er durch eine Fesselung positionelle Fortschritte auf der e-Linie, musste aber auch einen seiner Zentrumsbauern an den Gegner abtreten. In der entstandenen offenen Stellung pochte Weiß zwar auf das Läuferpaar, unser Mann aber auf aktive Türme, die ihm zunächst den Rückgewinn des Bauern erlaubten und nach einiger Zeit durch ein amüsantes Fesselmotiv den Gewinn einer Leichtfigur und damit auch der Partie!

Fjodor Vakuljuk baute am fünften Brett wiederum ein imposantes Bauernzentrum auf und vernachlässigte die Entewicklung. Doch ungeachtet der Tatsache, dass er erst im zehnten Zug seine zweite Figur zog - und das war ein Königszug ein Feld nach vorne -, zahlte sich der Raumgewinn aus! Als das Feld d5 frei wurde, stampfte die Bauernwalze nach vorne, legte den lang rochierten König frei und erlaubte letztlich das Eindringen weißer Schwerfiguren auf der a-Linie, die von dieser Expedition als Beute den schwarzen Monarchen im Gepäck hatten.

Am zweiten Brett führte David Gauthier die schwarzen Steine. Gegen den soliden, aber ambitionslosen weißen Aufbau stellte er sich harmonisch auf und übernahm durch eine imposante Bauernfront am Damenflügel alsbald die Führung in der Stellung. Gleichwohl kam es lange Zeit zu wenig direkten Feindkontakt und die Festigkeit der weißen Stellung erlaubte kaum mehr als den Übergang in ein Endspiel, in dem Schwarz Drohungen aufstellen konnte, es aber an lohnenswerten Zielen mangelte. Und so ward schließlich doch ein Frieden geschlossen.

Am Spitzenbrett kam Jonathan Geiger mit den weißenden Steinen mit positionellem Vorteil aus der Eröffnung, da die Schwarze aufgrund der Schwäche ihrer schwarzen Felder sich genötigt sah, die Figurenkoordination zu vernachlässigen. Insbesondere kam der weißfeldrige Läufer nicht vom Fleck, was sich schließlich rächen sollte. Nach einem Durchbruch am Königsflügel hatte Weiß einen Mehrbauern und, noch schlimmer, einen Turm auf der letzten Reihe, der den besagten Läufer an den Damenfügelturm band. So gingen der Nachziehenden nach kurzer Zeit die Züge aus; etwas Besseres als der Übergang in ein verlorenes Endspiel mit Minusqualität ließ sich für sie nicht mehr finden, und so stand es am Ende 2,5:3,5 für die Leimener Farben!

Saison 2021/22 abgeschlossen

Die Saison 2021/22 ist nun endlich fertig, deutlich später als sonst, da die Spieltage 4-6 zwischenzeitlich ausfielen und am Ende noch nachgeholt werden mussten.

Der SC Leimen beendete die Spielzeit in der Bereichsliga auf dem vierten Rang, als Aufsteiger sicherlich eine gute Ausbeute! Die Leistungen gliedern sich recht deutlich in drei Arten von Kämpfen:

  1. Die vier Siege, die weitestgehend überzeugend ausfielen: nur in Mosbach war es knapp für die siebenköpfige Truppe, gegen Hoffenheim, Wiesloch-Baiertal und Rohrbach/Boxberg waren die Verhältnisse eindeutig.
  2. Die drei Unentschieden gegen den späteren Meister Paimar, die drittplatzierten Steinsfurter und die Weststädter Schachfreunde. Allesamt waren es umkämpfte Schlachten, gegen Paimar sogar mit acht entschiedenen Partien, in denen das Glück auch während eines Sonntages mal hin- und herwechselte.
  3. Die zwei Niederlagen, die - gegen Walldorf und Bad Mergentheim - jeweils auch einer arg dünnen Personaldecke geschuldet waren. Zu fünft blieb man jeweils chancenlos.

Eigentlich wünscht man sich eine solche Saison, in der die (An-)Spannung nicht bis zum letzten Spieltag die Mannschaft in Atem hält, sie früh jeder Abstiegssorgen ledig ist, viele gute Leistungen bringt und keine knappen Niederlagen einstecken muss, bei dem hinterher einzelne Spieler über vergebene Chancen nachsinnend vergeblich Schlaf suchen.

Die Coronasituation ging natürlich auch an uns nicht spurlos vorüber, aber positiv war dabei immerhin, dass Bert Kölske öfter als sonst Gelegenheit hatte, für uns am Brett zu sitzen. Auch für German Paul bereitete die Spielzeit endlich Gelegenheit, mehr Partieluft zu schnuppern.

Sonderlobe gehen in erster Linie an Norbert Cimander, der starke 5,5 Punkte aus 7 Partien holte und rekordverdächtige 59 DWZ-Punkte gutmachen konnte; auch Jonathan Geiger (Ihr Berichterstatter, ähem) darf mit 8,5/9 sehr zufrieden sein, und kaum nach stand ihm David Gauthier, der ungeschlagene 6,5 aus 8 erzielte (zufrieden war der werte Herr freilich dennoch selten...)!

Schöne Sommerpause allen und auf eine gute neue Saison!

Es geht (zunächst) wieder los!

Am 13.03.2022 empfangen wir ab 10:00 Uhr die zweite Garnitur der Schachfreunde Heidelberg. Ob danach weiterhin gespielt wird oder wieder eine Coronapause eingelegt wird, entscheidet sich irgendwann nach der Runde. Bisher ist es der Plan, dass die ausgefallenen Runden 4-6 sollen im Mai und Juni nachgeholt werden! Tabelle und Spieltagstermine beim BSV-Ergebnisdienst!

SC Mosbach 2 - SC Leimen 3,5:4,5

Am 10.10.2021 begann die neue Saison für uns nach dem Aufstieg der letzten Spielzeit in der Bereichsliga Nord 2, die uns weitestgehend nach Heidelberg und den Odenwald führt. Der Beginn ist geglückt, wenn man von unseren kläglichen Versuchen absieht, den Spielsaal zu finden.

Wegen eines kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfalls konnten wir zwar nur zu siebt antreten, aber gerade an den vorderen Brettern konnten die Leimener ihre DWZ-Überlegenheit in Punkt ummünzen. Als letzter aktiv war Peter Hildenbrand an Brett 1, der mit der gesünderen weißen Struktur gegen eine schwarze Aktivität anspielte, die zunächst adäquat aussah, doch in der kritischen Phase gelang dem Weißen einen Bauernvorstoß, der die Umwandlungsdrohungen mit einem Spiel gegen den König kombinierte; schließlich kostete diese dem schwarzen einen Läufer und alle erbitterte Gegenwehr wurde von unserem Mann nach und nach erdrückt.

Zuvor hatte Jonathan Geiger an Brett 2 die Vorteile eines Läuferpaars gegen ein zunächst aktives, aber schließlich guter Felder beraubten Springerduos demonstriert. Eine Abwicklung in ein Endspiel mit Bauernplus sicherte letztendlich den vollen Punkt für die Leimener Farben. Am dritten Brett hatte David Gauthier bei geschlossenem Zentrum die halboffene b-Linie mit Schwerfiguren besetzt, einen günstigen Leichtfigurenabtausch erzwungen und dann Material eingeheimst und somit souverän den ganzen Punkt für sich bansprucht.

Franz Müller spielte eine solide Partie und bei beiderseits befriedigenden und befriedeten Stellung teilte man sich die Punkte.

Fiodor Vakuljuk hatte nicht überraschend eine sehr unbalancierte und verwickelte Position auf dem Brett; in den Abfolgen bewies er erst gute Übersicht, schnappte sich einen Bauern und war auf gutem Wege, den Punkt einzufahren. Allein, der Übersicht folgte eine allzu spezifische Konzentration auf seine Möglichkeiten, während derer die gute alte Schachuhr aus den Augen und aus dem Sinn geriet. 0:1 wegen Zeitüberschreitung... Norbert Cimander hingegen kam als Schwarzer gut aus der Eröffnung, kontrollierte die neuralgischen Punkte und fuhr einen Start-Ziel-Sieg ein. Bravo!

An Brett 7 schließlich unterlief Paul German noch in der Eröffnung ein Versehen, der seinem Gegenüber erlaubte, einen Läufer einzusperren und zu gewinnen. Zwar kämpfte unser Mann, wie es die Stellung eben zuließ, aber es sollte eben nicht reichen. Das nächste Mal wieder!

Unsere nächste Partie steigt am 31.10. zuhause um zehn Uhr zuhause gegen die SF Hoffenheim.

Der aktuelle Spieltag im Ergebnisdienst

SC Eppingen 4 - SC Leimen 0.5:7.5

Beim Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten gelang dem SC Leimen ein 7.5-0.5-Kantersieg!

Die Eppinger Gastgeber traten mit ihrer vierten Mannschaft etwas ersatzgeschwächt an, womit wir DWZ-mäßig klarer Favorit waren.

Sehr erfreulich ist der zweite Sieg im zweiten Spiel unseres Neulings German Paul, der am achten Brett die schwarzen Steine führte. Ausgangs der Eröffnung genossen beide Seiten reichlich freies Figurenspiel, sodass sich das ein oder andere Offizierspaar vom Brett verabschiedete. Die verbliebenen Schwerfiguren rangen um die zentralen Linien, und als der Anziehende sich nach Damentausch einer Belagerung seiner Bauern durch die schwarzen Türme ausgesetzt sah, versagten ihm angesichts der bedrohlicher wirkenden als seienden Lage die Nerven: Er gab einen Bauern und mit ihm die zweite Reihe, deren Inbesitznahme im Verbund mit dem verbliebenen starken Läufer die Entscheidung herbeiführte.

Am vierten Brett hatte zum ersten Mal seit Jahren Bert Kölske Gelegenheit, in Aktion zu treten: Gegen einen katalanischen Aufbau verteidigte sich unser Mann solide, aber mit einem gesunden Schuss Aktivität; bald hatte er gegen das pomadige Spiel die Führung des Spiels übernommen, ohne dass allerdings in die feste weiße Position eine Bresche schlagen zu können. Als risikolos kein weiterer Fortschritt möglich schien, bot er den Friedensschluss an, auf den sich Weiß gern einließ.

An Brett 3 befehligte David Gauthier das weiße Heer, das sich bald schon daran machte, an der linken Flanke zu expandieren. Als auf der offenen b-Linie ein Brückenkopf installiert war, konnte der Nachziehende der bevorstehenden Invasion der weißen Grenadiere nichts unternehmen: Einzig ein Gegenschlag auf dem Königsflügel konnte ihn noch retten: Allein, da Weiß vorgebaut hatte, lief der Konter ins Leere. Die weißen Schwerfiguren fielen dem schwarzen Monarchen in den Rücken und sicherten so den Sieg für den Leimener.

Am fünften Brett war Patrick Maes Herr der hellen Figuren. Dem weißen Raumvorteil im Zentrum suchte der Nachziehende durch einen Vorstoß am Damenflügel zu begegnen. Dabei gereichte ihm jedoch zum Nachteil, dass er eben dorthin rochiert hatte. Methodisch setzte Weiß Bauernhebel an, öffnete die a-Linie, ohne schwarzes Gegenspiel zu gestatten, und brachte den dunklen Gebieter zur Strecke und den vollen Punkt unter Dach und Fach.

Ein Brett dahinter war Matthias Schoder mit der Führung der schwarzen Steine beauftragt. Nachdem aus Eröffnung unmittelbar Endspiel geworden war, konnte der Schwarze zufrieden auf die Umrisse der Position blicken: Während er auf der halboffenen f-Linie Blick auf einen rückständigen Bauern des Gegners blickte, war seinem Widersache Entsprechendes auf der halboffenen g-Linie nicht beschieden: Einiges Lavieren war zwar noch erforderlich, aber letztlich entledigte sich der Leimener Kämpe gekonnt seiner Aufgabe und nahm die Aufgabe des Gegners entgegen.

Das zweite Brett sah Jonathan Geiger als Nachziehenden. Zunächst bauten sich beide Heere innerhalb der eigenen Reihen auf. Tatsächlich entschied die erste Feindberührung im höheren Sinne die Partie: Ein Bauernhebel im Zentrum legte die Nachteile des gemeinsamen Beisammenseins des weißen königlichen Paares auf derselben Diagonale offen. Erst war Weiß gezwungen, einen Bauern zu geben, dann einen zweiten; da daneben die Koordination flöten ging, nahm der Schwarze die Gelegenheit war, am Königsflügel einen Angriff zu starten, dem zu steuern der Anziehende bereits keine Chance mehr hatte. Schicht.

An Brett 7 ging Fjodor Vakuljuk mit Weiß offensiv zu Werke und schob am Königsflügel seine Bauern nach vorne. Zurückhaltung war für Schwarz nun nicht das Gebot der Stunde; allein, diese Erkenntnis dürfte ihm zu spät gekommen sein: Als er sich schon eingeschnürt wusste, hoffte er auf Linderung seiner Not durch ein Befreiungsopfer, doch eine Figur war ein zu hoher Preis. Auch wenn die Verwertung eine gewisse Zeit in Anspruch nahm, war der Sieg nur eine Frage der Zeit.

Am Spitzenbrett saß Peter Hildenbrand und baute eine solide weiße Position auf; wenig Bauernhebel, aber strukturverändernde Figurenabtäusche führten schließlich zu einem komplexen Schwerfigurenendspiel. Weiß baute auf seinen gedeckten Freibauern auf der e-Linie, Schwarz auf Chancen durch Aktivität wider den lang rochierten weißen Kronenträger. Schließlich blieb auf jeder Hemisphäre nur ein Turm übrig; der schwarze Monarch blickte bereits drohend auf sein Pendant, dafür hatte Weiß noch einen h-Freibauern. Geduldig zog Weiß den König horizontal in Sicherheit, ließ dann seine Freibauern laufen und Schwarz vermochte nicht mehr, als sich ein verlorenes Endspiel mit Turm gegen Dame zu flüchten, das unser Recke sicher nach Hause brachte.

Gut gemacht, Männer!

Bad Mergentheim IV - SC Leimen 1,5:6,5

Das Leimener Gastspiel im weiten Bad Mergentheim endet mit einem erneuten Sieg.

Ähnlich wie in Buchen profitierte der Gastgeber von einer Handschuhsheimer Spielabsage und konnte etwas stärker antreten als sonst, während der SC krankheitsbedingt kurzfristig nur mit 7 Mann antreten konnte. Dennoch waren die Gäste von der DWZ her Favorit.

Das kampflose Brett egalisierte der an Brett 2 spielende Jonathan Geiger; mit den schwarzen Steinen spielend profitierte er ausgangs der Eröffnung von einem groben Übersehen seines Gegners, der mit einem taktischen Kniff rechtfertigen wollte, seinen Läufer en prise stehen zu lassen, doch dabei einen Zug zu kurz dachte. Es wurde noch etwas weiter gespielt, aber der glatte Figurengewinn erwies sich alsbald als entscheidend.

An Brett 5 hielt sich Peter Rösch mit Weiß gegen seinen jungen Widersacher schadlos. Nach einigem Fingerhakeln im recht geschlossenen Zentrum brach die schwarze Infantierie am Königsflügel nach vorne, womit Schwarz sich weniger einen Raumvorteil als eine überdehnte Armee einhandelte, die Peter sich zunächst zunutze machte und sich günstig fürs Turmendspiel aufstellte. Schwarz hatte trotz Minusbauern Remischancen, die er durch passives Spiel bereits schwinden gesehen hatte, als er schließlich noch in ein verlorenes Bauernendspiel abwickelte. Führung für Leimen!

Am dritten Brett verließ David Gauthier mit ungläubigem Kopfschütteln sein Brett. Es hatte gut - zu gut - ausgesehen, als nach verteilter Eröffnungsphase die Schwarzspielerin etwas übereifrig einen Bauern ins Geschäft gesteckt hatte, um dann durch den Vorstoß ihres f-Bauern für taktische Verwicklungen zu sorgen, die allerdings durch die geschwächten weißen Felder Weiß im Vorteil sah. Schwarz musste schon eine Qualität geben, um überhaupt ins Endspiel zu überleben. Das zusammenwirkende weiße Getürm hatte alsbald den schwarzen Läufer an den eigenen Turm gefesselt, und nebenher den den schwarzen Monarchen am Brettrande in die Enge gedrückt. Dem Erstickungstod nahe fand die Schwarze eine wundersame Rettung: Als Weiß endlich den gefesselten Läufer festgenommen hatte, gab sie mit dem letzten möglichen Bauernzug ein vermeintliches Racheschach und nach Zurückweichen des arglosen blonden Regenten sah er sich einem Dauerschach durch den schwarzen Turm ausgesetzt, der entlang der zweiten Reihe spazierte und wegen Patts nicht genommen werden konnte. Remis. Schade zwar, aber doch ein ingeniöses und ästhetisches Ende.

An Brett 4 entstand eine königsindische Struktur mit verstelltem Zentrum, in der Matthias Schoder als Nachziehender die Leimener Farben vertrat. Und wie es in solchen Stellungen ist: Mag der Weiße seinen Raumvorteil am Damenflügel haben, in der anderen Bretthälfte übernimmt doch die dunkle Armee die Führung. Selbst nach dem Damentausch drückte unser Kämpe auf dieser Seite und als der Weiße nicht adäquat eigene Aktivität entwickelt hatte, entstand ein Turmendspiel, in dem der vorgerückte schwarze Feldherr seinen Turm unterstützte und den Sieg verbürgte!

Am Brett 6 saß Franz Müller und gebot über die schwarze Streitmacht. In annähernd symmetrischer Bauernstruktur versprachen heterogene Rochaden Spannung, doch die offene Natur der Stellung hatte zur Folge, dass jedes Scharmützel sich binnen weniger Züge wieder legte, sodass ein ausgeglichenes Doppelturmendspiel das natürliche Resultat dieses Spiels war. Als noch ein weiteres Turmpaar vom Brett verschwand, gab es am Remis eigentlich nichts mehr zu deuteln. Allein, der Weiße gab, ob aus Stellungsüberschätzung oder Unaufmerksamkeit, zwei seiner Bauern für einen Freibauern, doch mochte der weiße Freibauer auch den Marstallstab im Tornister griffbereit gehabt haben, während die schwarzen Bauern noch den Feldstecher bemühen mussten, um an den Horizont zu blicken: Ein einzelner Freibauer lässt sich von hinten aufhalten, zwei verbundene Freibauern sind unwiderstehlich. Auch hier bewies sich diese Einsicht einmal mehr und so blieb der Schwarze Sieger.

Am siebenten Brett verlängerte Fiodor Vakuliuk seine Siegesserie: Früh hieß er seine weißen Fußsoldaten raumgreifenden Schrittes wider die schwarze Verteidigungslinie marschieren. Eingeschüchtert verblieb der Nachziehende auf seinen drei Reihen und begnügte sich, die weiße Armee nicht eindringen zu lassen. Diesen Unterschied an Aktivität nutzte unser Mann, sich die schwarze Bauernstellung zurechtzulegen, einen Infanteristen erfolgreich in die Mangel zu nehmen und da dieser Vorteil nicht zu Lasten der anderen Vorzüge ging, war der souveräne Sieg nur noch Formsache.

Als letztes war noch Spitzenbrett Peter Hildenbrand beschäftigt. Mit den weißen Steinen kam er mit etwas Raum- und Aktivitätsvorteil aus der Eröffnung und suchte diesen durch scharfes Vorgehen zu vergrößern und zwang Schwarz geradezu zu einem Figurenopfer für mehrere weiße Bäuerlein. Die Königinnen wichen dem Gemetzel und als sich der Staub verzogen hatte, ergab sich eine verwickelte Position. Drei Bauern, darunter ein zentrales Freibauernpaar, kompensierten den Schwarzen für das Figurenminus. Doch in einer veritablen Seeschlange - die letzten Minuten der zusätzlichen Stunden mussten in Anspruch genommen werden - bewies Peter den längeren Atem. Er schaffte es, seinen überzähligen Springer in die schwarze Stellung zu bohren, die schwarze Aktivität einzudämmen und unterwarf die so paralysierte schwarzen Kräfte. 6,5:1,5. Klasse!

Aktuelle Saison

In der Spielzeit 2019/20 läuft es bisher ziemlich gut: 4 Spiele, 4 Siege!

Am ersten Spieltag gelang ein 5,5:2,5-Sieg gegen die Gäste aus Gemmingen, am zweiten Spieltag gelang sogar ein 7,5:0,5 gegen den dritten Anzug der Schachfreunde Heidelberg. In Buchen erreichten wir gegen eine aus ihrer zweiten Mannschaft verstärkten Buchener Mannschaft ein 5:3, obwohl wir DWZ-mäßig sogar knapp unterlegen waren. Und am 4. Spieltag glückte ein leicht holpriger 5:3-Sieg gegen den SC Malsch. Besondere Erwähnung verdient Fiodor Vakuliuk, der mit 4 Punkten aus 4 Partien bisher eine blütenweiße Weste aufweist. Stark!

In memoriam Herbert Lang

 Am 05.11.2018 verstarb unser langjährigstes Mitglied, Ehrenmitglied, badischer Meister und Pokalsieger, Mannschaftsweltmeister und deutscher Meister im Problemschachlösen, Turnierleiter von Weltmeisterschaften im Blindenschach, Kolumnist und guter Freund,
Herbert Lang.
Er wurde 77 Jahre alt. Wir trauern mit seiner Familie.

SC Leimen - SC Reilingen 4:4

14.10.18 (JG)

 Im Auftaktspiel holt Leimen ein umkämpftes Unentschieden gegen Reilingen, die einen gewissen DWZ-Vorsprung aufwiesen.

Am zweiten Brett vertrat David Gauthier die Leimener Farben; eine eher ambitionslose Eröffnungsbehandlung des Anziehenden hätte zu einer raschen Entspannung durch Damentausch führen können; ja, der Schwarze stünde wohl auch einen Hauch bequemer, doch er zog es vor, die Dame auf den Flügel zu beordern. Dies änderte zunächst nichts an der Stellungsbewertung, aber die folgende Abwicklung verschlechterte sich die Koordination seiner Leichtfiguren, die sich ein Stelldichein auf der b-Linie gaben. Als ein weißer Turm auf der siebten Reihe auftauchte, hätte der Schwarze sich zur Aufgabe des Läuferpaars durchringen müssen, denn David hatte einen giftigen Pfeil im Köcher (21.e4!), und in den folgenden Zügen sackte eine schwarze Leichtfigur zu viel in den Kasten. Die frühe Führung für Leimen!

 Am achten Brett kam Norbert Cimander, ebenfalls die weißen Steine führend, gut aus der Eröffnung; und wo ein vorsichtiger Geist auf positionelle Fortschritte gehoffft hätte, hatte unser Kämpe größere Pläne und opferte ohne viel Federlesens einen Turm. Mutig heißt freilich nicht korrekt, und die Initiative versandete, das Material blieb verschwunden. Schade!

13. Txd5
13. Txd5

Auch an Brett 6 ging es recht flott! Peter Rösch tauschte früh die Damen und beraubte so seinen Kontrahenten des Rochaderechts; aus einem leichten Druck wurde allerdings binnen einen Zuges eine Mehrfigur, als der Schwarze einen Abzug übersah. Peter agierte souverän und so war der weiße Punkt schon eine Weile eingetütet, als schließlich die schwarze Aufgabe dies offiziell machte.

Am siebten Brett führte Franz Müller die dunklen Figuren; sein Gegner entschied sich, die Stellung abzuriegeln, einzig eine offene c-Linie sorgte für einen Durchzug. Und tatsächlich tauschten sich brav erst die beiden Turmpaare darauf ab, und darauf noch die Damen. Als nur der weiße Springer und ein schwarzer Läufer den Bauern und Herrschern Gesellschaft leisteten, waren sie des sinnlosen Kampfes müde und schlossen Frieden. Remis.

Am Spitzenbrett stand Ihr Berichtersttater auf der schwarzen Seite eines Abtausch-Caro-Kanns; der Verlauf des Kampfes zeichnete sich früh ab: Weiß war nicht optimal koordiniert, befestigte aber einen Springer auf e5 und fuhr schweres Geschütz gegen den schwarzen König auf. Schwarz brachte Unordnung in die weiße Struktur am Damenflügel. Als der Anziehende keinen Weg fand, dem schwarzen Monarchen zu Leibe zu rücken, entwertete er - auf Kosten seiner Angriffschancen - die schwarze Bauernstruktur am Königsflügel. Hätte er nun sich darauf besonnen, die Partie positionell weiterzuführen, hätte eine weiter umkämpfte Begegnung folgen können. Allein, er wünschte nicht, seinen Angriff aufzugeben, und so vermochten die schwarzen Türme am Damenflügel einzudringen und einen weiteren Leimener Punkt zu sichern.

An Brett 4 lieferte sich Matthias Schoder als Weißer einen heftigen Schlagabtausch mit seinem Gegner. Frühzeitig bildeten sich Schneisen auf Linien und Diagonalen, auf denen jederzeit Gefahr aufgewirbelt werden konnte. Schon waren die weißen Bauern am Königsflügel unerschrocken nach vorne marschiert und opferten sich, um weiteren Platz für einen Aufmarsch gegen den schwarzen Monarchen zu schaffen. Weh, ein übles Schicksal: statt Ruhm ernteten sie den Groll des Anziehenden, denn als nach einem hektischen Schlagabtausch die schwarzen Schwerfiguren einmal Sicht auf den bloßen weißen Regenten hatten, konnte diesen nur noch die weiße Aufgabe vor dem gewaltsamen Tode retten.

Am dritten Brett entstand eine Art Maroczy-Stellung, allerdings mit halboffener f-Linie für unseren Vetreter, Patrick Maes, der die schwarze Streitmacht befehligte. Diese begnügte sich längere Zeit mit dem Besitz der letzten drei Reihen, Weiß versuchte das mit einem bedrohlichen Vormarsch der Infanterie auf dem Königsflügel zu nutzen. Als Schwarz am Damenflügel zum Gegenschlag ansetzte, gab der Weiße zwei Leichtfiguren für einen Turm, in der Hoffnung, wichtige Verteidigungskräfte vom Königsflügel wegzulocken. Doch als der weiße Angriff zum Erliegen kam, war es schlecht um ihn bestellte. Als Patrick noch einen Springer gegen zwei Bauern opferte, um Zugriff auf den weißen Monarchen zu enthalten, wäre es fast um den Weißen geschehen - hätte Patrick der knappen Zeit trotzend den richtigen Zwischenzug gefunden, aber so mündete der Kampf in eine Endspiel, in dem Weiß die Qualität mehr, aber drei Bauern weniger hatte. Doch die aktive Turmbatterie und der vorgerückte Bauer retteten ihm den halben Punkt.

Am fünften Brett kam Fjodor Vakuljuk gut aus der Eröffnung. Ermutigt schnellte - beider Damenflügel waren noch gänzlich unentwickelt - der g-Bauer vor dem rochierten König um einen Doppelschritt nach vorne. Der Raumgewinn entpuppte sich, im Nachhinein beurteilt, als empfindliche Schwächung, als der Blitz in der schwarzen Stellung einschlug, nämlich in Form der weißen Dame, die die Abwesenheit des g-Bauern und die Fesselung des f-Bauern ausnutzte. Zwar rettete sich unser Mann in ein Endspiel, zwei gegnerische Mehrbauern erwiesen sich jedoch als eine zu große Last, und so ging der letzte Punkt an an die Gäste.

Saison 2018/2019

29.08.18 (JG) [ed. 14.10.]

Die neue Saison steht ins Haus, für die Leimener heißt das, zum ersten Mal seit langer Zeit den Gang in die Bereichsliga, in unserem Fall die Staffel 1 der Bereichsliga Nord, d.h. wir werden vor allem mit Vereinen im Süden und Westen von Leimen zu tun bekommen.

Angesichts des personellen Aderlasses der letzten Jahre setzen wir uns kein an einem Tabellenplatz orientiertes Saisonziel. Unser Ziel ist es, zu erreichen, dass wir vollständig antreten und uns so unseren Partien widmen, wie es sich für Schachspieler gehört. Wenn ein, zwei mehr Siege herausspringen als in den letzten Jahren, freuen wir uns natürlich.

Die Termine

  1. 14.10.18 SC Leimen - SC Reilingen
  2. 04.11.18 SK Mannheim 2 - SC Leimen
  3. 02.12.19 SC Leimen - SK Sandhausen 2
  4. 13.01.19 SV Walldorf 3 - SC Leimen
  5. 27.01.19 SC Leimen - SC Viernheim 3
  6. 17.02.19 SK Mannheim - SC Leimen
  7. 10.03.19 SC Leimen - SK Chaos Mannheim 2
  8. 31.03.19 SC Ketsch - SC Leimen
  9. 05.05.19 SC Leimen - SV Hockenheim 4 (zentrale Endrunde in Reilingen)

Vereinsturnier 2017 Ankündigung

08.05.2017 (EK)

Auch in diesem Jahr findet das Vereinsturnier statt. Alle interessierten Vereinsmitglieder und Gäste sind herzlich willkommen daran teilzunehmen. Hier im Folgenden die wichtigsten Informationen:

Gespielt wird im Modus "Jeder gegen Jeden", ab 15 Teilnehmern würde es zu zu vielen Runden kommen, deswegen wird ab 15 Teilnehmern im "Schweizer System - 9 Runden" gespielt. Der Erstrundentermin ist der 19.05.2017 um 19 Uhr in der neuen Aula der Grundschule Leimen, die weiteren Termine werden bekannt gegeben, sobald die Anzahl der Teilnehmer feststeht. Geplant sind 1-2 Partien im Monat, sodass wir bis November/Dezember fertig sind. Die Bedenkzeit beträgt 90min/40 Züge + 30min/rest, sowie 30sec/Zug vom ersten Zug an. Da dadurch immer Schreibpflicht herrscht, fallen alle Endspurtphasen Regeln weg, letztes Mal kam dieser Modus gut an und es gab keinen Streit- oder Regelfall. Das Turnier wird wieder DWZ-ausgewertet. Voranmeldungen an den Turnierleiter Enrico Krämer per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder Freitag abends im Schachclub.

Jahreshauptversammlung am 24.02.2017

30.01.2017 (EK)

Einladung zur Jahreshauptversammlung 2017

Liebe Schachfreunde,

hiermit möchten wir Euch ganz herzlich zur diesjährigen Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen des Schachclubs Leimen am Freitag, den 24.02.17 in unserem Spiellokal, der Turmschule Leimen in der Aula, Turmgasse 17, 69181 Leimen einladen. Beginn der Versammlung ist 20 Uhr.

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Schachfreunde unterwegs auf Turnieren

17.01.17 (EK)

In der Zeit nach Weihnachten bis nach Neujahr finden jährlich viele Schachturniere statt. Aus dem Leimener Schachclub haben sich auch wieder einige Spieler/innen dazu entschlossen, die Ferienzeit ihrem Schachhobby zu widmen. Vom 27.12.2016 - 30.12.2016 fand in Frankenthal das 3. Internationale Weihnachtsopen statt. Im B-Turnier starteten Alexandra Seeger und Fiodor Vakuliuk. Beide beendeten das Turnier mit 4 Punkten aus 7 Spielen.

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Weihnachten und Neujahr 2017

31.12.2016 (EK)

Der SC Leimen wünscht allen ein besinnliches Weihnachtsfest! Am 30.12.2016 böte sich die Möglichkeit, nach Absprache, sich ein letztes Mal zusammen Freitag abends zum Schach spielen zu treffen. Allen anderen wünschen wir einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017!

Nachtrag: Am 30.12.2016 findet kein Schach Abend statt. Wir treffen uns wieder im neuen Jahr am 06.01.2017!